2013-03

Titel 2013-3
In kaum einem anderen Produktionszweig kommt dem Thema Verpackung eine so hohe Bedeutung zu wie in der Getränkebranche. Auf der einen Seite entscheiden Innovationen in diesem Bereich ganz wesentlich über den Erfolg des Produktes, auf der anderen Seite müssen wir alle an das Gemeinwohl, sprich Umweltschutz und Nachhaltigkeit, denken. Dabei gibt es unterschiedliche Wege zu diesem Ziel.


Editorial 2013-3
Vor genau zehn Jahren hat in Deutschland der damalige Umweltminister Jürgen Trittin eine Pfand-Pflicht für Einwegverpackungen durchgesetzt. Die Bilanz zu dieser gesetzlichen Maßnahme fällt durchaus geteilt aus. Besonders beim Mineralwasser konnte die Pfand-Pflicht einen drastischen Rückgang der Mehrwegquote nicht verhindern. Fachleute sehen den Grund vor allem in der deutlich höheren Convenience von PET-Flaschen, auf die Konsumentinnen und Konsumenten nicht verzichten wollen.
Österreich setzt schon länger auf Freiwilligkeit bei der Müllvermeidung. Vor zwanzig Jahren wurde die Altstoff Recycling Austria (ARA) gegründet. Das Unternehmen hat sich bis heute sehr erfolgreich entwickelt. Mehr als 15.000 Lizenzpartner leisten heute einen aktiven Beitrag zum Umweltschutz. Die getrennte Sammlung und Verwertung von Verpackungen durch die ARA erspart der Umwelt in Österreich rund 630.000 Tonnen CO2 Äquivalente pro Jahr. Ein Ergebnis, das sich durchaus sehen lassen kann.
So erfreulich hohe Recycling-Quoten bei Einwegverpackungen sind: Mehrweg-Flaschen sollten aus den Getränkeregalen des Handels nicht verschwinden. Die Getränkeindustrie wird sich hier gemeinsam mit dem Handel weitere Gedanken machen und Ideen entwickeln müssen. Auch bei Mehrweggebinden führt der Erfolg nur über Convenience. Damit Konsumentinnen und Konsumenten eine echte Auswahl haben.

 

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