2016-3

Titel 2016 3

Der Sommer 2016 war durchwachsen, nicht nur in Bezug auf das Wetter, das für die Getränkebranche im Vergleich zum Rekordhitze-Jahr 2015 ernüchternd ausgefallen ist, sondern auch politisch und gesellschaftlich.

Während manch ein Marktteilnehmer noch ausgebliebenen Hitzewellen nachtrauert, geht in Europa ein Gespenst vergangener Tage um, das gerade heimischen Produzenten mehr Kopfzerbrechen bereiten sollte als ein paar Tage Regenwetter im August - Grenzen, die wir längst vergessen hatten, werden wieder hochgezogen.

 





Editorial 2016 3

Angesichts der politisch und sozial fordernden Zeiten, in denen wir leben, ist der Wunsch nach Sicherheit ein verständlicher. Doch für seine Erfüllung könnten wir einen hohen Preis bezahlen. Die österreichische Wirtschaft ist vom Außenhandel geprägt. Trotz widriger Wirtschaftsverhältnisse punkten gerade dabei unsere Lebensmittel als weltweit gefragte Qualitätsgüter.

Während Exporte im gesamten Agrargüterbereich laut Statistik Austria von 2014 auf 2015 um rund 5,4 Prozent gewachsen sind, konnten österreichische Hersteller von alkoholfreien Erfrischungsgetränken den Absatz ins Ausland sogar um 21,2 Prozent steigern. Kurz – unsere Branche ist Vorreiter und Zugpferd des erfolgreichen heimischen Lebensmittelexportmarktes.

Ein vereintes, friedliches Europa ist der Sockel, auf dem dieser Erfolg fußt. Die fallenden Grenzzäune Europas waren seine Geburtsstunde. Das dürfen wir auch in unsicheren Zeiten nicht vergessen.

Es liegt also in unserem eigenen Interesse, sorgsam das Streben nach Sicherheit gegen die Kraft eines vereinten Europas abzuwägen.

 

 

 

pdfEditorial_2016-3.pdf