2020-1

Liebe Leserinnen und Leser,

ein Editorial ist dieser Tage ohne die Erwähnung der Coronakrise und ihrer Auswirkungen auf die Getränkebranche nicht vorstellbar.

Aus diesem Grund musste auch die für das Frühjahr vorgesehene Ausgabe unserer Fachzeitschrift entfallen, dafür erscheint die aktuelle „Getränke“, die Sie nun in Händen halten, etwas umfangreicher.

Als Teil der sogenannten kritischen Infrastruktur, die zur Versorgung der Österreicherinnen und Österreicher einen wesentlichen Beitrag liefert, konnte die österreichische Getränkewirtschaft ihre Produktion zwar weitgehend uneingeschränkt weiterführen, die Krise blieb aber dennoch nicht ohne drastische Folgen. Der Shutdown der Gastronomie – eines wichtigen Partners der Getränkehersteller – führte zu starken Umsatzeinbußen, welchen mit Kurzarbeit und anderen Maßnahmen begegnet werden musste. Insbesondere Getränkeunternehmen mit einem hohen Gastronomieanteil trafen die Krisenmaßnahmen der Regierung stark.

Jetzt, nach der Wiedereröffnung, gilt es die Gastronomie zu unterstützen: Auch wenn die Getränkehersteller ihre Solidarität mit ihren Gastronomiekunden während des und nach dem Shutdown mit den verschiedensten Maßnahmen unter Beweis stellten, wird es kräftiger Unterstützungsmaßnahmen seitens der öffentlichen Hand bedürfen, die über das angekündigte Wirtshauspaket der Bundesregierung hinausgehen. Die bereits umgesetzte Senkung des Umsatzsteuersatzes auf offen ausgeschenkte alkoholfreie Getränke in der Gastronomie und die angekündigte Senkung der Umsatzsteuer auf alle Speisen und Getränke sind zweifellos erste, gute Schritte, werden aber allein nicht ausreichen.

Von der Coronakrise unbeeinflusst laufen aber auch die Diskussionen über die beste Strategie zur Umsetzung der europäischen Kreislaufwirtschaftsziele weiter. In dieser Ausgabe finden Sie daher aus Anlass des Anfang Juni abgehaltenen Runden Tisches im Bundesministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie (BMK) einen entsprechenden Hintergrundbericht.

Die Getränkebranche steht für jenes System, das ganzheitlich – im Sinne aller ökonomischen, ökologischen sowie sozialen Kriterien – am besten zur Erreichung der europäischen Kreislaufwirtschaftsziele geeignet ist. Wir begrüßen daher den vom BMK gestarteten Dialog und die Vorgehensweise einer evidenzbasierten Entscheidung auf Basis aller Prämissen und Fakten. Zukünftige Lösungen können nur in Einklang mit Österreichs Getränkewirtschaft erarbeitet werden.

Österreichs Getränkeindustrie war schon immer Teil der Lösung und wird auch in Zukunft ihre ökologische Verantwortung wahrnehmen, umweltfreundliche Verpackungen vorantreiben und sich am Prozess der Ausgestaltung eines künftigen Systems kooperativ beteiligen.

Liebe Leserinnen, liebe Leser, geschätzte Kolleginnen und Kollegen, ich hoffe, dass Sie und Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gesund durch die Krise kommen. Jetzt heißt es die Ärmel hochkrempeln – ich wünsche uns allen, dass wir in den kommenden Monaten die wirtschaftlichen Herausforderungen für unsere Unternehmen gut meistern.

Dr. Alfred Hudler

Getränkezeitung 2020-1

Getränkezeitung 2020-1

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